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Geschichte und Bild der heiligen Jungfrau von Guadalupe
Am
9. Dezember 1531 erschien am Stadtrand von Mexiko Stadt die Jungfrau und
Gottesmutter Maria dem 57 Jahre alten Indio Juan Diego. Sie erteilte ihm
den Auftrag, zu Bischof Zumárraga zu gehen und ihn aufzufordern,
ihr zu Ehren am Erscheinungsort, auf dem Berg Tepeyac, eine Kirche erbauen.
Hier werde sie allen, die sie vertrauensvoll anrufen, ihre Hilfe erweisen.
Der Bischof verlangte ein Zeichen, das ihm schließlich gewährt wurde: Bei der vierten Erscheinung am 12. Dezember sammelte der 1990 selig und 2002 heilig gesprochene Juan Diego kastilische Rosen in seine Tilma (ein Poncho- Umhang). Als er sie vor dem Bischof ausschüttete, erschien auf dem groben, aus Agavenfasern gewirkten Stoff das Bild, das noch heute als die Darstellung der Jungfrau von Guadalupe verehrt wird.
Eine
wissenschaftliche Erklärung für das Bild ist bis heute nicht
gefunden worden. Der Stoff der Tilma wurde aus Agaven gewonnen, eine Pflanze,
aus der auch Tequila destilliert wird. Normalerweise zerfällt ein
solcher Stoff innerhalb von 20 Jahren. Der Stoff ist heute 475 Jahre alt
und noch nicht zerfallen!
Es
ist zudem ein wissenschaftliches Rätsel, woraus die Farben des Bildes
gemacht sind und wie diese auf der groben Agaven-Faser haften können.
1979 vergrößerte ein Wissenschaftler mittels einer NASA-Ausrüstung
mikroskopisch feine Ausschnitte der Iris und der Pupille des Muttergottes-Darstellung
2.500-fach: Die Sensation war perfekt. Insgesamt 13 Personen waren in Marias
Augen zu sehen: ein sitzender Indio, Bischof Zumárraga und sein
Dolmetscher Gonzalez, Juan Diego mit offener Tilma, eine Frau, ein bärtiger
Spanier, sowie eine Indiogruppe mit Kind.
| Das Bild selbst
entspricht einem indianischen Kodex, das heißt, es besteht aus Zeichen:
Maria steht in der Mitte des Mondes, also in Mex-iko. Sie verdeckt die Sonne und damit die althergebrachte Religion der Azteken. Durch ihre Haltung drückt sie aus, dass sie nicht selbst Göttin ist, sondern Anbetende. Das schwarze Band um ihre Hüften bedeutet, daß sie schwanger ist. Über ihrem Bauch sieht man eine kleine vierblättrige Blume, das Zeichen der Azteken für Göttlichkeit. Maria ist also schwanger mit Gott. Der Engel unterhalb des Mondes bedeutet zweierlei: Im europäischen Verständnis ist er ein Bote Gottes, im indianischen ein "Adler-Krieger", einer der bedeutendsten Kämpfer der Azteken. Er hält mit der einen Hand das Kleid, mit der anderen den Umhang. Dadurch wird er zum Mittler zwischen Himmel und Erde. Die Verzierungen des Kleides stellen Blumen dar und symbolisieren gleichzeitig das Tal, in dem Mexiko Stadt liegt. Die Konstellation der Sterne am Umhang entspricht nach neuesten Forschungen dem 21. Dezember 1531, der längsten Nacht, nach der die Tage wieder länger werden. |
Mütterliche
Präsenz: Zum 475. Jahrestag der Jungfrau von Guadalupe (Mexiko)
Von P. Leo Maasburg
Am 12. Dezember 2006 sind es genau 475 Jahre, seitdem das Bild der Gottesmutter von Guadalupe in Mexiko seine Gnaden über den amerikanischen Kontinent und die ganze Welt ausstrahlt.
Die Botschaft ist kulturell, theologisch und in ihrer Pädagogik unbeschreiblich reich, aber der Kern ist sehr einfach:
"Bin ich nicht hier bei dir? Bin ich nicht deine Mutter? Nichts soll dir Sorgen machen!"
An die 20 Millionen Pilger kommen jährlich zu diesem größten Heiligtum der katholischen Kirche, mit Sicherheit nicht, weil sie durch die vielen Geheimnisse angezogen werden, die das Bild auf dem Poncho des heiligen Juan Diego birgt oder wegen der wissenschaftlichen Fragen, die es aufwirft: Wie ist es möglich, daß wir das Bild farbig sehen, wo doch keinerlei Farbstoff am Bild nachgewiesen werden kann? Wie konnte das ungeschützt ausgestellte Bild ohne Schaden bleiben, als eine Bombe in Zentimeternähe explodierte?, oder: Wie kann ein Poncho aus Pflanzenfasern 475 Jahre lang ohne jede Zerfallserscheinung überdauern?
Diese und ähnliche Fragen sind nicht der Grund der Pilgerströme. Der Grund, daß Tausende von Menschen aller Klassen und Rassen mit ihren kleinen und großen Sorgen kommen, ist der, daß eine ganz andere Hoffnung sie gleichsam zu dem Bild hinzieht: Tausende von Pilgern bezeugen, daß sie vor diesem Bild stehend, die Gegenwart einer tröstenden und bergenden mütterlichen Präsenz verspürten, die sie zu Tränen rührte. Es scheint, daß es genau diese mütterliche Präsenz ist, die die Menschen aller Jahrhunderte angezogen und ihnen eine Hoffnung gegeben hat, die uns weder Technik noch Wissenschaft, weder Wirtschaft noch Forschung, ja die Menschheitsgeschichte schlechthin nicht bieten können.
Das
Bild der Gottesmutter von Guadalupe ist in seinem Kern die Botschaft einer
autorisierten Überbringerin (als solche bezeichnet sich die Mutter
Gottes auch dem heiligen Juan Diego gegenüber), die uns ein liebendes
Mutterherz und die dahinter stehende Barmherzigkeit des Vaters offenbart,
wenn Sie als Seine Botin in geradezu schüchternen Worten sagt: "Bin
ich nicht hier bei dir? Bin ich nicht deine Mutter?"
(Quelle:
OR)
Die
letzten Forschungsergebnisse in spanischer Sprache:
VIRGUADA.PPT