Der Tag, an dem sich der Himmel öffnete: "Betet doch, meine Kinder...!"
Das Heldentum eines jungen Mädchens
Es ist uns geboren das liebliche Kind, der ewige Gott
Prophetisches Flammengebet des hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort

Es ist kalt, am Abend des 17. Januar 1871, in Frankreich herrscht Krieg, Paris ist besetzt, die siegreichen Preußen stehen vor den Toren der Diözese Laval, am Saum der Bretagne. In Pontmain tritt der Knabe Eugène Barbedette aus der Scheune, in der er mit seinem Bruder schläft, um "nach dem Wetter zu schauen" und entdeckt über dem Haus vis-à-vis, eine schöne Frau in einem sternenübersäten Kleid, die ihn lächelnd ansieht.

Erwachsene und Kinder aus dem Dorf laufen zur Scheune aber nur die Kinder können die Erscheinung sehen. Ein blaues Oval mit vier nicht brennenden Kerzen erscheint um die schöne Frau. Der Pfarrer und die Schulschwestern organisieren eine Gebetswacht. Man betet den Rosenkranz und beim Magnifikat erscheint eine Banderole zwischen dem Oval und dem Dach des Hauses. Buchstabe um Buchstabe wird eine Botschaft darin eingetragen: "Aber betet doch, meine Kinder, Gott wird euch in kurzer Zeit erhören. Mein Sohn läßt sich rühren."

Immer mehr Menschen laufen herbei und die Kinder bekunden freudig: "O, wie ist sie schön!" Plötzlich werden sie traurig, da auch das Gesicht der Erscheinung eine tiefe Traurigkeit ausdrückt. Vor ihr erscheint ein rotes Kreuz mit dem blutenden Christus. Auf einer weißen Tafel über dem Kreuz wird mit roten Lettern der Name des auf dem Kreuz Hängenden eingeschrieben: JESUS CHRISTUS. Die Mutter Gottes ergreift das Kreuz mit beiden Händen und zeigt es den Kindern, währenddessen entzündet ein Stern die vier Kerzen im Oval. Man betet still. Danach knien alle nieder im Schnee, um das Abendgebet zu beten. Um neun Uhr abends, als alles zu Ende ist geht jeder in feierlicher Stimmung und mit frohem Herzen nach Hause.

An diesem selben 17. Januar, erhielt General von Schmidt den Befehl, anstatt Laval einzunehmen, sich an die Seine zu begeben. Dieser grundlose, taktische Wechsel, dieser Abbruch des Vernichtungsfeldzuges lässt den General sagen: "Es ist aus, wir gehen nicht weiter, denn dort in der Bretagne, hat uns eine unsichtbare Frau den Weg versperrt." Elf Tage später wird der Waffenstillstand unterzeichnet. Die deutsche Armee nimmt Laval nicht ein.


Gegrüßet seist Du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit Dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht Deines Leibes, Jesus Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes.
Amen.



Mehr als alle anderen Geschöpfe gemeinsam

Möge die jungfräuliche Gottesmutter, Ehrwürdige Brüder, diesen Unseren Wünschen, die gewiß auch die euern sind, zur Verwirklichung helfen und allen eine unverfälschte Liebe zur Kirche erflehen! Ihre hochheilige Seele war mehr als alle anderen, von Gott geschaffenen Seelen, vom göttlichen Geiste Jesu Christi erfüllt. Sie hat ihre Zustimmung gegeben "im Namen der ganzen menschlichen Natur", so daß "sich zwischen dem Sohne Gottes und der Menschennatur eine Art geistlicher Ehe" vollzog.
Sie hat Christus den Herrn, der schon in ihrem jungfräulichen Schoße mit der Hoheit des Hauptseins über die Kirche umkrönt war, in Wundern geboren, den Quell alles himmlischen Lebens. Sie hat den Neugeborenen denen, die Ihm aus Juden und Heidenland die erste Anbetung zollten, als Prophet, König und Priester dargereicht. Ihr Einziggeborener hat auf ihre Mutterbitte "zu Kana in Galiläa" das Wunderzeichen gewirkt, auf das hin "seine Jünger an Ihn glaubten".

Sie hat, frei von jeder persönlichen oder erblichen Verschuldung und immer mit ihrem Sohn aufs innigste verbunden, Ihn auf Golgatha zusammen mit dem gänzlichen Opfer ihrer Mutterrechte und ihrer Mutterliebe dem Ewigen Vater dargebracht als neue Eva für alle Kinder Adams, die von dessen traurigem Fall entstellt waren. So ward sie, schon zuvor Mutter unseres Hauptes dem Leibe nach, nun auch auf Grund eines neuen Titels des Leids und der Ehre im Geiste Mutter aller seiner Glieder.

Sie war es, die durch ihre mächtige Fürbitte erlangte, dass der schon am Kreuz geschenkte Geist des göttlichen Erlösers am Pfingsttag der neugeborenen Kirche in wunderbaren Gaben gespendet wurde.

Sie hat endlich dadurch, daß sie ihr namenloses Leid tapfer und vertrauensvoll trug, mehr als alle Christgläubigen zusammen, als wahre Königin der Märtyrer, "ergänzt, was an den Leiden Christi noch fehlt ... für seinen Leib, die Kirche" (Col. 1, 24.). Sie hat den geheimnisvollen Leib Christi, der aus dem durchbohrten Herzen des Heilandes geboren ward, mit derselben innigen Mutterliebe und Sorge begleitet, womit sie das Jesuskind in der Krippe und an ihrer Brust umhegte und nährte.
Ihrem Unbefleckten Herzen haben wir vertrauensvoll alle Menschen geweiht. Möge sie, die hochheilige Mutter aller Glieder Christi, strahlend jetzt mit Leib und Seele in der Himmelsglorie und herrschend droben mit ihrem Sohn, von Ihm inständig erflehen, daß reiche Ströme der Gnade unaufhörlich vom erhabenen Haupt auf alle Glieder des geheimnisvollen Leibes herabfließen. Möge sie mit ihrer wirksamen Fürsprache wie in vergangenen Zeiten so heute die Kirche schützen und ihr sowie der ganzen Menschheit endlich friedlichere Zeiten von Gott erlangen.

Schluß der Enzyklika „Mystici Corporis“ von Pius XII., 29. Juni 1943, fünfte Enzyklika seines Pontifikats

Erhabene Königin des Himmels
Erhabene Königin des Himmels,
Höchste Herrin der Engel,
Du hast vom Anbeginn,
Von Gott die Macht
Und die Sendung erhalten,
Den Kopf der Schlange zu zertreten,
Wir bitten dich demütig,
Sende uns deine himmlischen Legionen,
Damit sie, unter deinem Befehl
Und deiner Macht,
Die Dämonen bekämpfen,
Ihrer Verwegenheit Einhalt gebieten
Und sie zurück in den Abgrund werfen.
Wer ist wie Gott?
O gute und liebevolle Mutter,
Du wirst immer unsere Liebe
Und unsere Hoffnung sein.
O himmlische Mutter,
Sende zu unserer Verteidigung
Und um den grausamen Feind zurückzustoßen,
Die heiligen Engel.
Heilige Engel und Erzengel
Verteidigt und beschützt uns.

Authentischer Text, Pater Cestac am 13. Januar 1864, von der Gottesmutter Maria diktiert



Lobt den Herrn in seinen Heiligen!
Die Heilige Schrift sagt uns: „Lobt den Herrn in seinen Heiligen“. Wenn der Herr unseren Lobpreis, für die Heiligen, denen er die Gabe der Güte und der Wundertätigkeit gegeben hat, verdient, wie viel mehr müssen wir dann jene loben, durch die er Mensch werden wollte, denn das ist ein vortreffliches Wunderwerk, mehr als alle anderen Wunder.
                                                                                                          Hl. Aelred de Rievaulx

Das Heldentum eines jungen Mädchens
Ein kleines Mädchen, streute sich beim Spielen, aus Unvorsichtigkeit Sand in die Augen, was eine Entzündung hervorrief. Man unternahm, ohne Erfolg, mehrere Operationen … Der Vater fuhr mit dem Kind zu berühmten Augenärzten nach Schweden. Alles war umsonst. Das Augenlicht erlosch mehr und mehr, so daß das Mädchen fast nichts mehr sah.

Nachdem sie Schweden verlassen hatten, machten der Vater und das Kind in Tschenstochau Halt, der atheistische Vater und seine christlich erzogene Tochter. Um 6 Uhr morgens, fanden sie sich im Heiligtum vor der unverschleierten Schwarzen Madonna ein. Nach der ersten Hl. Messe fragte der Vater: „Hat dich die Madonna geheilt?“ Und das Kind antwortete ihm: „Ich sagte der Hl. Jungfrau, daß mir nichts mehr daran liegt, die Welt zu sehen, aber daß ich gerne hätte, daß du, Papa, dich mit uns niederkniest, wenn wir beten.“

Der Vater ist von der Antwort seines Kindes so erschüttert, daß er in Tränen ausbricht. Und nachdem er sich wieder beruhigt hatte, wandte er sich an einen Priester mit der Bitte: „Ich möchte beichten!“

Betendes Gottesvolk Nr. 137
Berichtet in der „Marianischen Sammlung“ 1986, von Bruder Albert Pfleger, Marist


Lehre uns, o Maria, wie du die Weisen belehrt hast
Wer außer der reinen Jungfrau Maria, hätte die sanftmütigen Gespräche, mit den Weisen noch führen können? Denn der König, den zu suchen sie gekommen waren, trat für sie nicht aus dem Schweigen seiner freiwilligen Kindheit heraus. Er nahm ihre Huldigung entgegen und lächelte sie zärtlich an, er segnete sie; aber nur Maria konnte durch ihre himmlischen Gespräche, die heilige Neugierde der drei, die Menschheit stellvertretenden Pilger befriedigen.
Wie belohnte sie ihren Glauben und ihre Liebe, indem sie ihnen das Mysterium dieser jungfräulichen Geburt, das die Welt retten wird, die Freuden ihres mütterlichen Herzens, die Anmut des göttlichen Kindes, offenbarte!
Und die Weisen selbst, mit welch zärtlicher Erfurcht betrachteten sie sie und hörten ihr zu! Mit welcher Wonne durchdrang die Gnade ihre Herzen durch das Wort jener, die Gott selbst auserwählt hat, uns auf mütterliche Weise in Seine Wahrheit und seine Liebe einzuführen!

Dom Prosper Guéranger
Octave de l'Epiphanie, L'Année Liturgique


Können wir uns die Verblüffung der Weisen vorstellen?
Können wir uns die Verblüffung der Weisen über das in Windeln gewickelte Kind vorstellen? Allein ihr Glaube hat es ihnen möglich gemacht, in den Zügen dieses Kindes, den König zu erkennen, den sie suchten, den Gott, zu dem der Stern sie geführt hatte. Indem er den Abgrund auffüllte zwischen dem Endlichen und dem Unendlichen, trat durch Ihn der Ewige ein in die Zeit, das Mysterium gab sich zu erkennen und schenkte sich uns in den zarten Gliedern eines kleinen Kindes.

Benedikt XVI., Auszug aus der Predigt in Köln,
Donnerstag, 18. August 2005, anläßl. des XX. Weltjugendtages


Siebente O-Antiphon: O Emmanuel

O Emmanuel! König des Friedens! Heute kommst Du nach Jerusalem, der Stadt Deiner Wahl; denn hier hast Du Deinen Tempel. Bald werden hier Dein Kreuz und Dein Grab sein; und der Tag wird kommen, an dem Du in ihrer Nähe Dein furchtbares Gericht einsetzen wirst. Nun trittst Du ohne Lärm und ohne Aufsehen in diese Stadt Davids und Salomos ein. Sie ist nur eine Aufenthaltsstation auf deinem Weg nach Betlehem.

Dennoch verlassen Maria, Deine Mutter und Josef, ihr Ehemann, Jerusalem nicht, ohne zum Tempel hinaufzusteigen, um dort dem Herrn ihre Wünsche und ihre Huldigungen zu überbringen: und so erfüllt sich zum ersten Mal die Weissagung des Propheten Haggai, der verkündet hat, dass die Herrlichkeit des zweiten Tempels grösser sein wird, als die des ersten.

In der Tat befindet sich dieserTempel in diesem Augenblick im Besitz einer viel kostbareren Bundeslade als jene von Mose und ist vor allem, durch die Würde Dessen, den sie enthält, nicht zu vergleichen mit allen anderen Heiligtümern. Es ist der Gesetzgeber selbst, der sich in ihr befindet und nicht einfach nur die Steintafeln, auf denen das Gesetz eingraviert ist. Bald aber wird die lebendige Arche des Herrn die Stufen des Tempels hinabsteigen und sich anschicken nach Betlehem zu gehen, wohin ihn andere Weissagungen rufen.

Dom Guéranger, Benediktinerabt
L'année liturgique - Advent - 23. Dezember

Gegrüßet seist Du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit Dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht Deines Leibes, Jesus. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes.
Amen.


Es ist uns geboren das liebliche Kind, der ewige Gott
Heute bringt die Jungfrau den Ewigen zur Welt und die Erde schenkt dem Unfaßbaren einen Stall. Die Engel und Hirten verkünden seine Herrlichkeit, die Weisen ziehen einher mit dem Stern: denn es ist uns geboren das liebliche Kind, der ewige Gott.
Betlehem hat die Tore von Eden wieder geöffnet, kommt, laßt uns sehen. Wir haben den Himmel gefunden, an einem verborgenen Ort, gehen wir zum Stall und holen die Güter des Paradieses zurück. Hier ist die Wurzel erschienen, die wir nicht bewässert haben und aus der die Vergebung erblüht. Hier wurde der Brunnen wiederentdeckt, den wir nicht gegraben haben und aus dem David einstmals trinken wollte. Hier gebar eine Jungfrau ein Kind und stillte dadurch sogleich den Durst Adams und jenen von David. Eilen wir also an diesen Ort, wo uns geboren ist, das liebliche Kind, der ewige Gott.
Der Vater der Jungfrau ist, nach seinem eigenen Wunsch, ihr Sohn geworden; der Retter der Neugeborenen ist selbst ein Neugeborener und liegt in einer Krippe. Seine Mutter, ihn betrachtend, sagt zu ihm: Sag mir, mein Kind, wie bist Du entstanden, wie in mir gebildet? Ich schaue Dich, o Fleisch aus meinem Fleisch, fassungslos an, denn meine Brust ist voller Milch und ich hatte auch keinen Ehemann, ich sehe Dich in Deinen Windeln und siehe, das Siegel meiner Jungfräulichkeit ist unversehrt, weil Du, als Du geruhtest auf die Welt zu kommen, es bewahrt hast, mein liebliches Kind, ewiger Gott.
O höchster König, was hast Du gemein mit dem bejammernswerten Menschengeschlecht? Schöpfer des Himmels, warum Dein Kommen zu den Erdenkindern? Bist Du in einen Stall, in eine Krippe verliebt? Siehe, für mich, Deine Magd gibt es keinen Platz in der Herberge; was sag ich? Keinen Platz? Nicht einmal eine Grotte, denn die gehört anderen. Als Sarah ihr Kind gebar, fiel ihr viel Land zu, ich besitze nicht einmal eine Höhle: Man hat mir diesen Schlupfwinkel geliehen, in dem Du wohnen wolltest, o liebliches Kind, ewiger Gott.
Indem sie diese Worte flüstert und zu Jenem betet, der das Unsichtbare kennt, hört sie die Weisen, die nach dem Kinde fragen. Da ruft die Jungfrau sogleich: Wer seid Ihr? Wer bist Du, antworten sie, die Du ein solches Kind geboren hast? Wer ist Dein Vater, wer Deine Mutter, Du, die Mutter und Ernährerin eines Kindes, das keinen Vater hat? Als wir seinen Stern sahen, haben wir verstanden, ein liebliches Kind ist erschienen, der ewige Gott.
Bileam hatte Recht mit seiner Prophezeiung, indem er sagte, daß ein Stern aufgehen wird, der alle Weissagungen und Vorzeichen auslöschen wird; ein Stern, der die Gleichnisse der Weisen, ihre Aussprüche und Rätsel auflösen wird; ein Stern, viel strahlender als dieser, für uns sichtbare Stern, denn Er ist der Schöpfer aller Gestirne, Er, von dem geschrieben steht: Aus Jakob wird hervorgehen ein liebliches Kind, der ewige Gott.
Als Maria diese erstaunlichen Worte vernahm, kniete sie nieder, um die Frucht ihres Leibes anzubeten und sagte unter Tränen: Groß, o mein Kind, groß sind alle Dinge, die Du mit meinem Elend gemacht hast: Siehe, die Weisen fragen nach Dir, die Fürsten des Orients suchen Dein Antlitz und die Reichen Deines Volkes bitten flehentlich Dich zu sehen: denn sie sind Dein Volk, diese Männer, denen Du Dich zu erkennen gabst, o mein liebliches Kind, ewiger Gott.
So habt Ihr also, sagt Maria zu den getreuen Weisen, ganz Jerusalem durchlaufen, diese Stadt, die die Propheten tötet? Und wie habt Ihr sie durchquert, ohne Schaden zu nehmen, sie, die allen Unglück bringt?
Wie konntet Ihr Herodes entkommen, der die Mörder liebt und nicht die Gerechten? O Jungfrau, wir sind ihm nicht entkommen, wir haben ihn zum Narren gehalten, wir haben alle Menschen angesprochen, indem wir sie fragten, wo ist geboren das liebliche Kind, der ewige Gott.
Das also sagten die redlichen Weisen. Und die Heilige Jungfrau bewahrte alles in ihrem Herzen, und das neugeborene Kind bestätigte ihre Worte und die der anderen, indem er den Schoß seiner Mutter nach ihrer Empfängnis rein bewahrte und jede seelische und körperliche Erschöpfung, nach dem langen Weg, von den Weisen fernhielt. Denn keiner von ihnen litt unter Müdigkeit, gleichwie der Prophet Habakuk, als er sich zu Daniel begab. Der sich den Propheten offenbarte, offenbarte sich auch den Weisen: es ist das liebliche Kind, der ewige Gott.
Nach all diesen Reden, warfen sich die Weisen, ihre Geschenke in den Händen, anbetend nieder vor das größte aller Geschenke, vor den Duft aller Düfte. Sie brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe dar, indem sie riefen: Empfange diese dreifache Gabe, wie Du von den Seraphim empfängst die Hymne, die Dich dreimal heilig erklärt; weise sie nicht ab, wie jene des Kain, sondern nimm sie an wie das Opfer Abels, im Namen jener, die Dich geboren hat, jener durch die Du auf die Welt kamst, liebliches Kind, ewiger Gott.
Als die Unbefleckte Mutter die Weisen auf die Knie fallen sah, diese unerwarteten und prächtigen Geschenke in ihren Händen, den Stern, der sie führte und die singenden Hirten, pries auch sie den Schöpfer und Herrn aller Dinge: Empfange, mein Kind, diese dreifache Gabe und gewähre jener, die Dich geboren hat, drei Bitten: ich bitte Dich für die Lüfte, die Früchte der Erde und für all jene, die sie bewohnen. Nun versöhne die ganze Welt, da Du durch mich geboren bist, o mein liebliches Kind, ewiger Gott.
Ich bin nicht einfach Deine Mutter, barmherziger Retter; nicht vergeblich stille ich den Spender jeglicher Milch, nein, ich bitte Dich für alle Menschen. Du hast mich zur Stimme und zur Ehre meines Geschlechtes gemacht. Für die Erde, die Du erschaffen hast, bin ich ein sicherer Schutz, eine Festung und eine Stütze. Jene, die Du aus dem Paradies vertrieben hast, richten ihren Blick auf mich, denn ich bringe sie dorthin zurück; dem Universum sei bewußt, daß Du durch mich geboren bist, mein liebliches Kind, ewiger Gott.
Retter, rette die Welt; dafür bist Du gekommen. Stelle Dein Werk wieder her: deshalb ist Dein Licht aufgegangen vor mir, vor den Weisen und der ganzen Schöpfung. Siehe, die Weisen, denen Du das Licht deines Antlitzes geoffenbart hast, knien zu Deinen Füßen und bringen Dir nützliche, auserwählte, herrliche Geschenke; denn ich werde sie brauchen, da ich mit dir und für Dich nach Ägypten fliehen werde, o mein Sohn, mein Führer, der Du mich erschaffen hast, der Du mich reich gemacht hast, mein liebliches Kind, ewiger Gott.

Romanos der Melode (+ um 560)
I. Hymne über die Geburt Jesu, 24
Sources chrétiennes 110 Cerf, Paris 1965


Prophetisches Flammengebet des hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort

Zu Gott dem Vater
Sei eingedenk, o Herr, Deiner Genossenschaft, die von Anfang an Dein eigen war, denn von Ewigkeit her hast Du ihrer gedacht. Du hieltest sie in Deiner allmächtigen Hand, als Du mit einem einzigen Wort das Weltall aus dem Nichts erschufst und hieltest sie noch verborgen in Deinem Herzen, als Dein Sohn sterbend am Kreuze sie durch Seinen Tod geweiht und wie einen kostbaren Schatz der Sorge Seiner heiligsten Mutter anvertraut hat: Memento Congregationis tuae, quam possedisti ab initio. Schaue, o Herr, auf die Ratschlüsse Deiner Barmherzigkeit; erwecke die Männer Deiner Rechten, über die Du einigen Deiner größten Diener prophetische Aufschlüsse gabst, einem hl. Franz von Paul, einem hl. Vinzenz Ferrerius, einer hl. Katharina von Siena und so vielen anderen großen Seelen früherer Jahrhunderte und unserer jetzigen Zeit.
Memento! Allmächtiger Gott, sei eingedenk dieser auserwählten Schar, indem Du ihr die Allmacht Deines Armes leihst, der noch nicht verkürzt ist, um ihnen den Eintritt in die Welt zu ebnen und sie zur Vollkommenheit zu führen: Innova signa, immuta mirabilia tua, sentiamus adiutorium brachii tui, - großer Gott, der Du aus rohen Steinen Kinder Abrahams erwecken kannst, sprich nur ein einziges Wort, um gute Arbeiter in Deine Ernte und tüchtige Missionare in Deine heilige Kirche zu senden.
Memento! Gott der Güte, sei eingedenk Deiner alten Erbarmungen und gedenke Deiner erlesenen Diener. Sei eingedenk der wiederholten Verheißungen, die Du uns durch Deine Propheten und Deinen Sohn gegeben, daß Du unsere gerechten Bitten erhören wollest. Gedenke der Bitten, die seit so vielen Jahrhunderten Deine Diener und Dienerinnen in dieser Angelegenheit an Dich gerichtet haben. Ihr Flehen, ihr Seufzen, ihre Tränen und ihr Blut, das sie vergossen, mögen vor Dein Angesicht kommen, um Deine Barmherzigkeit mächtig anzuregen. Gedenke besonders Deines teuren Sohnes: Respice in faciem Christi tui (Ps. 83,10). Seine Todesangst, Seine Schmach und Seine liebevolle Klage am Ölberg: Quae utilitas in sanguine meo! (Ps. 29,10), "welcher Nutzen ist in meinem Blute?", Sein schmerzvoller Tod und Sein vergossenes Blut rufen laut um Erbarmen, auf dass mit Hilfe Deiner treuen Diener Sein Reich über den Trümmern des Reiches Seiner Feinde aufgerichtet werde.
Memento! Sei auch eingedenk, o Herr, Deiner Genossenschaft, um Deiner Gerechtigkeit Genüge zu leisten! Tempus faciendi, Domine, dissipaverunt legem tuam (Ps. 118,126). Es ist Zeit zu tun, was Du verheißen. Deine Gebote werden übertreten, Dein Evangelium wird verachtet. Ströme von Bosheit überschwemmen die ganze Erde und reißen bis in die Nähe Deiner Diener alles mit sich fort. Die ganze Erde ist verwüstet, die Gottlosigkeit sitzt auf dem Thron, Dein Heiligtum ist entweiht und der Greuel herrscht selbst an heiliger Stätte. Wirst Du denn alles der Verlassenheit anheim geben, gerechter Herr, o Gott der Rache? Soll alle Welt zuletzt wie Sodoma und Gomorrha werden? Wirst Du immer schweigen? Wirst Du ewig dulden? Soll denn nicht Dein Wille geschehen wie im Himmel also auch auf Erden und Dein Reich kommen? Hast Du nicht schon im voraus einigen Deiner treuen Freunde eine zukünftige Erneuerung Deiner Kirche verkündet? Sollen sich die Juden nicht endlich zur Wahrheit bekehren? Wartet nicht die Kirche gerade darauf? Rufen nicht alle Heiligen des Himmels: "Gerechtigkeit!" vindica! Sprechen nicht alle Gerechten auf Erden: Amen, veni Domine (Off. 22,20), "es geschehe, komme, o Herr!" Seufzen nicht alle Geschöpfe, selbst die unvernünftigen, unter der Last der unzähligen Sünden Babylons? Sehnen sie sich nicht nach Deiner Ankunft, damit dann alle Wesen erneuert werden? Omnis creatura ingemiscit. (Röm. 8,22)

Zu Gott dem Sohn
Herr Jesus, sei eingedenk Deiner Genossenschaft, memento Congregationis tuae. Entschließ Dich doch, Deiner Mutter eine neue Schar treuer Verehrer zu geben, um durch sie alles zu erneuern und durch Maria die Jahre der Gnade zu vollenden, wie Du sie einst auch durch Maria begonnen hast.
Da matri tuae liberos, alioquin moriar, schenke doch Deiner Mutter Kinder und Diener, sonst sterbe ich! Da matri tuae. Für Deine Mutter bitte ich zu Dir. Sei eingedenk ihres Schoßes und ihrer Brüste und weise mich nicht zurück! Gedenke ihrer, deren Sohn Du bist und erhöre mich! Gedenke, was sie Dir ist und was Du ihr bist, und erhöre mein Flehen! Um was bitte ich denn? Nichts zu meinen Gunsten, alles nur zu Deiner Ehre. Um was bitte ich Dich? Um das, was Du erfüllen kannst, ja ich wage es zu sagen, um das, was Du mir gewähren musst, als wahrhafter Gott, dem alle Gewalt gegeben ist im Himmel und auf Erden, und als das beste aller Kinder, das seine Mutter liebt mit unendlicher Liebe.
Um was bitte ich Dich? Liberos! Um Priester, frei von irdischer Anhänglichkeit, los geschält von allem, von Vater und Mutter, von Brüdern und Schwestern, ohne Eltern dem Fleische nach, ohne Freunde der Welt nach, ohne Güter, frei von Hindernissen und selbst vom eigenen Willen.
Liberos! Um Sklaven Deiner Liebe und Deines Willens bitte ich, um Männer nach Deinem Herzen, die nicht ihren eigenen Willen durchzusetzen suchen, der sie nur befleckt und hemmt, sondern in allem Deinen Willen tun und gleich wie David mit dem Stock des Kreuzes und der
Schleuder des heiligen Rosenkranzes in der Hand alle Deine Feinde niederschlagen: in baculo Cruce et in virga Virgine.
Liberos! Nach Seelen verlange ich, welche der Erde entrückt und erfüllt mit himmlischem Tau, ohne Hindernis überall hin fliegen nach dem Wehen des Heiligen Geistes. Das sind jene, nach welchen Deine Propheten fragten: Qui Bunt isti, qui ut nubes volant? (Js. 60,8), "wer sind diese, die wie Wolken fliegen?" Ubi erat impetus spiritus, illuc gradiebantur (Ez. 50,12), "wo des Geistes Antrieb war, dorthin schritten sie!"
Liberos! Nach Männern sehne ich mich, die immer für Dich zur Verfügung stehen, immer bereit, Dir zu gehorchen, immer lauschend auf die Stimme ihrer Vorgesetzten, wie Samuel: Praesto sum: immer bereit, hinzugehen und alles mit Dir und für Dich zu leiden, wie die Apostel: Eamus et nos, ut moriamur cum eo (Joh. 11,16). Liberos! Um wahre Kinder Mariens, Deiner heiligen Mutter, bitte ich Dich, die von ihr in Liebe empfangen und in ihrem Schoße getragen, geboren und an ihrer Brust ruhend, von ihrer Milch genährt und durch ihre Sorge groß gezogen, von ihrer Hand gestützt und mit ihren Gnaden bereichert sind. Liberos! 0 sende uns wahre Diener der seligsten Jungfrau, die wie der hl. Dominikus die leuchtende und brennende Fackel des Evangeliums im Munde und den heiligen Rosenkranz in der Hand, überall hingehen, um zu bellen wie treue Hunde, um zu brennen wie Feuer und um die Finsternis der Welt zu erhellen wie die Sonne. Beglücke uns mit Männern, die durch eine wahre Andacht zu Maria, ohne Heuchelei und Wankelmut, mit Demut, Klugheit und Eifer überall, wohin sie kommen, der alten Schlange den Kopf zertreten, damit so der Fluch sich erfülle, den Du gegen sie geschleudert hast: Inimicitias ponam inter te et mulierem, et semen tuum et semen ipsius: ipsa conteret caput tuum (Gen. 3,13).
Es ist wahr, großer Gott, daß die Welt, wie Du es vorhergesagt hast, der Ferse dieser geheimnisvollen Frau große Nachstellungen bereiten wird, d.h. der kleinen Schar ihrer Kinder, die am Ende der Zeiten kommen werden. Es ist wahr, daß zwischen der gesegneten Nachkommenschaft Mariens und dem verfluchten Geschlechte Satans große Feindschaft besteht. Es ist die einzige Feindschaft, die Du selbst gestiftet hast und die daher Deinem Willen entspricht: Inimicitias ponam. Aber diese Kämpfe und Verfolgungen, welche die Kinder aus dem Geschlechte Belials der Nachkommenschaft Deiner heiligen Mutter bereiten, sollen nur dazu dienen, die Macht Deiner Gnade, die Größe der Tugenden und das Ansehen Deiner Mutter herrlicher erstrahlen zu lassen. Denn seit dem Anbeginn der Welt hast Du ihr die Aufgabe übertragen, durch die Demut ihres Herzens diesen stolzen Erbfeind zu vernichten: Ipsa conteret caput tuum. Alioquin moriar! Ist es für mich nicht besser, o mein Gott, zu sterben, als zu sehen, wie Du tagtäglich so grausam und ungestraft beleidigt wirst, zu sehen, wie ich selbst täglich mehr in Gefahr schwebe, von dem Strome der Missetaten, der noch immer mehr anschwillt, mit fortgerissen zu werden? Tausend Tode wären mir erträglicher. Sende mir Hilfe vom Himmel, oder nimm meine Seele zu Dir! Ja, wenn ich nicht hoffen dürfte, daß Du früher oder später mit Rücksicht auf Deine Ehre mich armen Sünder erhören wirst, wie Du schon so viele andere erhört hast -"dieser Arme flehte und der Herr erhörte ihn" (Ps. 33,7), - fürwahr, ich würde Dich dringend bitten, wie der Prophet: Tolle animam meam (3 Kön. 19,4), "nimm meine Seele hinweg!"
Aber das Vertrauen, das ich auf Deine Barmherzigkeit setze, läßt mich mit dem Propheten beten: "Ich werde nicht sterben, sondern leben und die Werke des Herrn erzählen" (Ps. 117,17), bis ich mit Simeon ausrufen kann: "Nun lässest Du, o Herr, Deinen Diener im Frieden scheiden, weil meine Augen Dein Heil gesehen." (Luk. 2,29)

Zu Gott dem Heiligen Geist
Memento! 0 Heiliger Geist, entschließe Dich, durch Deine hehre und treue Braut Maria Kinder Gottes hervorzubringen und zu bilden! Mit und in ihr hast Du Jesus Christus, das Haupt der Auserwählten, gebildet; mit und in ihr mußt Du darum auch alle Seine Glieder bilden. In der Gottheit bringst Du keine Person hervor; Du allein bist es aber, der alle gottähnlichen Personen außerhalb der Gottheit bildet. Alle Heiligen, die bisher gelebt haben und bis an das Ende der Welt noch kommen werden, sind das Werk Deiner Liebe im Verein mit Maria. Das Reich Gottes des Vaters hat gedauert bis zur Sündflut und sein Ende gefunden durch eine Wasserflut; das Reich Jesu Christi fand in einem Strom von Blut seinen Abschluß. Dein Reich aber, o Geist des Vaters und des Sohnes, setzt sich fort in einer Flut von Feuer, von Liebe und Gerechtigkeit.
Wann wird diese Feuerflut der reinen Liebe kommen, die Du auf der ganzen Erde entzünden und sanft und mächtig anfachen wirst, damit alle Völker, die Türken, die Götzendiener, ja selbst die Juden davon erfaßt und sich zu Dir bekehren werden? Non est, qui se abscondat a calore eius (Ps. 18,7), "niemand kann sich vor seiner Glut verbergen!"
Accendatur: Dieses göttliche Feuer, das Du, o Jesus, auf diese Erde bringen willst, möge sich entzünden, bevor Du das Feuer Deines Zornes senden wirst, das alles in Asche verwandeln wird. Emitte Spiritum tuum, et creabuntur, et renovabis faciem terrae (Ps. 103,30), "sende aus Deinen Geist und sie werden erschaffen werden, und Du wirst das Angesicht der Erde erneuern!" Ja, sende diesen feurigen Geist auf die Erde, um Priester zu schaffen ganz voll Feuereifer, durch deren Dienst das Angesicht der Erde erneuert und Deine Kirche wiederhergestellt wird.
Memento Congregationis tuae: Gedenke Deiner auserwählten Schar, einer Auslese von Auserkorenen, die Du unter den Menschen dieser Erde vornehmen wirst nach Deinem Wort: Ego elegi vos de mundo (Joh. 15,19), "Ich habe euch auserwählt von der Welt". Es soll eine Herde friedlicher Lämmer sein, die Du inmitten so vieler Wölfe sammeln wirst, eine Schar reiner Tauben und königlicher Adler inmitten so vieler Raben, ein Schwarm honigsuchender Bienen inmitten so vieler Hornissen, ein Trupp leichter Hirsche inmitten so vieler Schildkröten, ein Heer mutiger Löwen inmitten so vieler furchtsamer Hasen! 0 Herr: Congrega nos de nationibus (Ps. 105,47), "sammle uns aus den Nationen", sammle uns, einige uns, damit Deinem heiligen und mächtigen Namen die schuldige Ehre zuteil werde.

Herr, berufe Apostel Mariens

Diese ruhmreiche Schar hast Du Deinem Propheten vorhergesagt, der sich darüber in dunklen und geheimnisvollen, aber göttlichen Worten ausspricht: "Einen gnadenvollen Regen hast Du, o Gott, Deinem Erbe abgesondert; es war ermattet, Du aber hast es gestärkt. Deine Herde wohnet darin; in Deiner Güte hast Du es dem Armen bereitet, o Gott! Der Herr gab das Wort den Freudenbotschaftern mit großer Macht. Der König der Heerscharen des Vielgeliebten ist König des geliebten Volkes; und der Schönheit des Hauses kommt es zu, Beute auszuteilen. Wenn ihr ruhet mitten in euren Losen, werdet ihr wie Tauben mit Silberflügeln sein, deren Rücken in blassem Golde schimmert. Wenn der Himmlische die Könige über das Land zerstreut, werden sie glänzen wie Schnee auf dem Selmon. Der Gottesberg, ein fetter Berg, ein fester Berg, ein fetter Berg; was schaut ihr verwundert auf das feste Gebirge? Es ist der Berg, darauf es Gott gefällt zu wohnen! Fürwahr auf immer wird der Herr dort wohnen." (Ps. 67,10-17) 0 Herr, welches ist dieser gnadenvolle Regen, den Du bestimmt und vorbehalten hast für Dein ermattetes Erbe? Sind es nicht die Söhne Mariä, Deiner Braut, diese heiligen Missionäre, die Du sammeln und von der Welt absondern wirst zum Wohle Deiner Kirche, die so geschwächt und befleckt ist durch die Verbrechen ihrer Kinder? Wer sind diese Tiere und diese Armen, die in Deinem Erbe wohnen werden, die dort von der göttlichen Süßigkeit, die Du ihnen zubereitet, sich nähren? Sind es nicht jene armen Missionäre, die sich ganz Deiner Vorsehung überlassen und sich sättigen von Deiner göttlichen Wonne? Sind dies nicht die geheimnisvollen Tiergestalten bei Ezechiel, welche die Güte des wahren, edlen Menschen haben werden durch ihre uneigennützige und wohltätige Liebe zum Nächsten, den Mut des Löwen durch ihren heiligen Zorn und ihren klugen, glühenden Eifer gegen die Kinder Babylons, die Kraft des Stieres durch ihre apostolische Arbeit und Abtötung des Fleisches und endlich die Schwungkraft eines Adlers durch ihre Betrachtung Gottes?
Das sind die Missionäre, die Du in Deine Kirche senden willst. Ein Menschenauge werden sie haben gegen ihren Nächsten, ein Löwenauge gegen Deine Feinde, ein Stierauge gegen sich selbst und ein Adlerauge, das stets auf Dich gerichtet ist. Diese Nachfolger der Apostel werden
mit so großer und überwindender Kraft predigen, virtute multa, virtute magna, daß sie durch ihre Predigt alle Geister und Herzen rühren werden. Ihnen wirst Du Dein Wort geben, selbst "Deinen Mund und Deine Weisheit, der keiner von ihren Feinden widerstehen kann" (Luk 21,15).
Unter diesen vielgeliebten Seelen wirst Du als König der Heerscharen unseres geliebtesten Heilandes mit Wonne Deinen Aufenthalt nehmen, da sie bei all ihrem Wirken nur das eine Ziel verfolgen, Dir die ganze Beute darzubieten, die sie ihren Feinden abnehmen werden.
Durch ihre Hingabe an die Vorsehung und ihre Andacht zu Maria werden sie die Silberflügel der Taube besitzen, d.h. die Reinheit der Lehre und der Sitten und das Gold ihres Rückens, d.h. eine vollkommene Liebe zum Nächsten, um seine Schwachheiten zu ertragen, und eine große Liebe zu Jesus Christus, um Sein Kreuz auf sich zu nehmen.
Du allein, o Jesus, König des Himmels und König aller Könige, wirst diese Missionäre als Könige von der Welt ausscheiden, damit sie in ihrer Reinheit weißer werden als der Schnee auf dem Berge Selmon. Berge Gottes sollen sie werden, prangend in üppiger Fülle und starke Berge, auf denen Gott in wunderbarer Weise sein Wohlgefallen findet, so daß Er Wohnung bei ihnen nimmt, um bis ans Ende bei ihnen zu weilen.
0 Herr, Gott der Wahrheit, wer ist dieser geheimnisreiche Berg, von dem Du uns so viele Wunderdinge offenbarst? Wer anders als Maria, Deine teure Braut, deren Fundamente Du auf dem Gipfel der höchsten Berge gegründet hast? Fundamenta eius in montibus sanctis (Ps. 86,1)... mons in vertice montium (Mich. 4,1).
Glücklich die Priester, die Du dazu auserwählt und vorherbestimmt hast, mit Dir auf diesem üppigen, göttlichen Berge zu weilen, um dort durch ihre Geringschätzung der Welt und durch ihren Aufschwung zu Gott zu Königen der Ewigkeit zu werden. Ja, tausendmal glücklich jene Priester, die berufen sind, durch ihre Vereinigung mit Deiner ganz reinen und makellosen Braut Maria weißer zu werden als der Schnee, und sich mit dem Tau des Himmels und dem Fette der Erde, d.h. mit allen zeitlichen und ewigen Segnungen zu bereichern, von denen Maria überströmt.
Von der Höhe dieses Berges werden sie, wie Moses, durch ihre feurigen Gebete Pfeile gegen ihre Feinde herniederschleudern, um sie zu vernichten oder zu bekehren. Durch den Mund Jesu selbst werden sie auf diesem Berge Christi das Verständnis der acht Seligkeiten erlernen und mit ihm verklärt werden wie auf Tabor. Wie auf Kalvaria werden sie mit Ihm sterben und mit Ihm wie auf dem Ölberg zum Himmel auffahren.
Memento Congregationis tuae. Von Dir, o Gott, allein hängt es ab, durch Deine Gnade diese Schar zu erwecken. Wollte der Mensch die erste Hand daran legen, so würde er nichts erreichen, wollte er dabei von dem Seinen mit dem Deinigen mischen, so würde er alles verderben und umstürzen. Tuae Congregationis: Dein Werk soll es sein,
o großer Gott! Vollbringe Dein göttliches Werk: schare, rufe, sammle aus allen Orten Deines Reiches Deine Auserwählten, um sie als starkes Heer gegen Deine Feinde zu senden.
Siehe, o Herr der Heerscharen, die Hauptleute sammeln ihre Truppen, die Machthaber ihre zahlreichen Heere, die Admirale bilden ihre Flotten, die Kaufleute strömen zusammen auf den Handels- und Stapelplätzen in großer Zahl. Räuber, Gottesleugner, Trunkenbolde und Wüstlinge vereinigen sich täglich zu Haufen gegen Dich mit Leichtigkeit und Schnelligkeit! Ein Flintenschuß, ein Trommelschlag, eine gezogene Degenklinge, ein dürrer Lorbeerzweig, eine Gold- oder Silbermünze genügt, sie zusammenzurufen. Der erste Rauch, ein nichtswürdiger Gewinn, das Anerbieten der Befriedigung einer schändlichen Lust vereinigt in einem Augenblicke die Diebe und Soldaten, füllt die Häuser und Handelsplätze, sammelt die Kaufleute, bedeckt Land und Meer mit einer Unzahl von Schurken, die alle, obwohl getrennt durch örtliche Entfernung oder durch Verschiedenheit des Temperaments oder durch Sonderinteressen, sich dennoch lebenslänglich zusammenschließen, um unter der Fahne und Führung des Teufels Dich und Dein Reich zu bekämpfen.
Auf unserer Seite aber, o mein Gott, soll, obwohl in Deinem Dienst so großer Ruhm und Gewinn, soviel Freude und Vorteil winken, fast niemand für Dich Partei ergreifen, fast kein Soldat sich unter Deine Fahne stellen?
Kein hl. Michael sollte mehr für Deine Ehre eifern und inmitten seiner Brüder rufen: Quis ut Deus? "Wer ist wie Gott?"
Ach, laß mich rufen überall: Feuer! Feuer! Feuer! Zu Hilfe! Zu Hilfe! Zu Hilfe! Feuer im Hause Gottes! Feuer in den Seelen! Feuer bis ins Heiligtum! Zu Hilfe unserem Bruder, den man ermordet! Zu Hilfe unseren Kindern, die man erwürgt! Zu Hilfe unserem guten Vater, den man erdolcht! "Wer für den Herrn ist, geselle sich zu mir" (Ez. 32,26). 0 daß doch alle guten Priester auf der ganzen Welt, mögen sie mitten im Kampfe stehen oder sich aus dem Handgemenge in die Wüsten und Einöden zurückgezogen haben, - o daß doch alle guten Priester kommen und sich mit uns vereinigen möchten: Vis unita fit fortior. Unter dem Banner des Kreuzes wollen wir ein in Schlachtordnung aufgestelltes und wohlgeordnetes Heer bilden, um gemeinsam die Feinde anzugreifen, die schon zum Sturm geblasen haben: Sonuerunt, frenduerunt, fremuerunt, multiplicati sunt. Dirumpamus vincula eorum, et proiciamus a nobis iugum ipsorum. Qui habitat in coelis irridebit eos. "Die Feinde toben, lärmen, rasen und rotten sich zusammen. Lasset uns ihre Fesseln zerreißen und ihr Joch von uns werfen. Der im Himmel thront, spottet ihrer."
Exsurgat Deus et dissipentur inimici eius. Exsurge, Domine, quare obdormis? Exsurge! "Es erhebe sich Gott, auf daß Seine Feinde zerstieben. Erhebe Dich, o Herr, warum schläfst Du? Erhebe Dich!"
0 Herr, erhebe Dich; warum scheinst Du zu schlafen? Erhebe Dich in Deiner ganzen Allmacht, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit, um Dir eine auserwählte Schar als Garde zu bilden, die Dein Haus bewache, Deine Ehre verteidige und Seelen rette, damit nur ein Schafstall und ein Hirt werde, auf daß alle Dir die Ehre geben in Deinem heiligen Tempel! Amen.

Medjugorje-Botschaft, 25. Dezember 2009
„Liebe Kinder! An diesem frohen Tag bringe ich euch alle vor meinen Sohn, den König des Friedens, damit Er euch seinen Frieden und Segen gebe. Meine lieben Kinder, teilt diesen Frieden und Segen in Liebe mit den Anderen. Danke, daß ihr meinem Ruf gefolgt seid!“

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