Der
Tag, an dem sich der Himmel öffnete: "Betet
doch, meine Kinder...!"
Das
Heldentum eines jungen Mädchens
Es
ist uns geboren das liebliche Kind, der ewige Gott
Prophetisches
Flammengebet des hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort
|
Es
ist kalt, am Abend des 17. Januar 1871, in Frankreich herrscht Krieg, Paris
ist besetzt, die siegreichen Preußen stehen vor den Toren der Diözese
Laval, am Saum der Bretagne. In Pontmain tritt der Knabe Eugène
Barbedette aus der Scheune, in der er mit seinem Bruder schläft, um
"nach dem Wetter zu schauen" und entdeckt über dem Haus vis-à-vis,
eine schöne Frau in einem sternenübersäten Kleid, die ihn
lächelnd ansieht.
Erwachsene
und Kinder aus dem Dorf laufen zur Scheune aber nur die Kinder können
die Erscheinung sehen. Ein blaues Oval mit vier nicht brennenden Kerzen
erscheint um die schöne Frau. Der Pfarrer und die Schulschwestern
organisieren eine Gebetswacht. Man betet den Rosenkranz und beim Magnifikat
erscheint eine Banderole zwischen dem Oval und dem Dach des Hauses. Buchstabe
um Buchstabe wird eine Botschaft darin eingetragen: "Aber
betet doch, meine Kinder, Gott wird euch in kurzer Zeit erhören. Mein
Sohn läßt sich rühren."
Immer
mehr Menschen laufen herbei und die Kinder bekunden freudig: "O, wie ist
sie schön!" Plötzlich werden sie traurig, da auch das Gesicht
der Erscheinung eine tiefe Traurigkeit ausdrückt. Vor ihr erscheint
ein rotes Kreuz mit dem blutenden Christus. Auf einer weißen Tafel
über dem Kreuz wird mit roten Lettern der Name des auf dem Kreuz Hängenden
eingeschrieben: JESUS CHRISTUS. Die Mutter Gottes ergreift das Kreuz mit
beiden Händen und zeigt es den Kindern, währenddessen entzündet
ein Stern die vier Kerzen im Oval. Man betet still. Danach knien alle nieder
im Schnee, um das Abendgebet zu beten. Um neun Uhr abends, als alles zu
Ende ist geht jeder in feierlicher Stimmung und mit frohem Herzen nach
Hause.
An
diesem selben 17. Januar, erhielt General von Schmidt den Befehl, anstatt
Laval einzunehmen, sich an die Seine zu begeben. Dieser grundlose, taktische
Wechsel, dieser Abbruch des Vernichtungsfeldzuges lässt den General
sagen: "Es ist aus, wir gehen nicht weiter, denn dort in der Bretagne,
hat uns eine unsichtbare Frau den Weg versperrt." Elf Tage später
wird der Waffenstillstand unterzeichnet. Die deutsche Armee nimmt Laval
nicht ein.
Gegrüßet
seist Du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit Dir. Du bist gebenedeit
unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht Deines Leibes, Jesus Heilige
Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde
unseres Todes.
Amen.
Mehr als alle anderen
Geschöpfe gemeinsam
Möge
die jungfräuliche Gottesmutter, Ehrwürdige Brüder, diesen
Unseren Wünschen, die gewiß auch die euern sind, zur Verwirklichung
helfen und allen eine unverfälschte Liebe zur Kirche erflehen! Ihre
hochheilige Seele war mehr als alle anderen, von Gott geschaffenen Seelen,
vom göttlichen Geiste Jesu Christi erfüllt. Sie hat ihre Zustimmung
gegeben "im Namen der ganzen menschlichen Natur", so daß "sich zwischen
dem Sohne Gottes und der
Menschennatur
eine Art geistlicher Ehe" vollzog.
Sie
hat Christus den Herrn, der schon in ihrem jungfräulichen Schoße
mit der Hoheit des Hauptseins über die Kirche umkrönt war, in
Wundern geboren, den Quell alles himmlischen Lebens. Sie hat den Neugeborenen
denen, die Ihm aus Juden und Heidenland die erste Anbetung zollten, als
Prophet, König und Priester dargereicht. Ihr Einziggeborener hat auf
ihre Mutterbitte "zu Kana in Galiläa" das Wunderzeichen gewirkt, auf
das hin "seine Jünger an Ihn glaubten".
Sie
hat, frei von jeder persönlichen oder erblichen Verschuldung und immer
mit ihrem Sohn aufs innigste verbunden, Ihn auf Golgatha zusammen mit dem
gänzlichen Opfer ihrer Mutterrechte und ihrer Mutterliebe dem Ewigen
Vater dargebracht als neue Eva für alle Kinder Adams, die von dessen
traurigem Fall entstellt waren. So ward sie, schon zuvor Mutter unseres
Hauptes dem Leibe nach, nun auch auf Grund eines neuen Titels des Leids
und der Ehre im Geiste Mutter aller seiner Glieder.
Sie
war es, die durch ihre mächtige Fürbitte erlangte, dass der schon
am Kreuz geschenkte Geist des göttlichen Erlösers am Pfingsttag
der neugeborenen Kirche in wunderbaren Gaben gespendet wurde.
Sie
hat endlich dadurch, daß sie ihr namenloses Leid tapfer und vertrauensvoll
trug, mehr als alle Christgläubigen zusammen, als wahre Königin
der Märtyrer, "ergänzt, was an den
Leiden Christi noch fehlt ... für seinen Leib, die Kirche" (Col. 1,
24.). Sie hat den geheimnisvollen Leib Christi,
der aus dem durchbohrten Herzen des Heilandes geboren ward, mit derselben
innigen Mutterliebe und Sorge begleitet, womit sie das Jesuskind in der
Krippe und an ihrer Brust umhegte und nährte.
Ihrem
Unbefleckten Herzen haben wir vertrauensvoll alle Menschen geweiht. Möge
sie, die hochheilige Mutter aller Glieder Christi, strahlend jetzt mit
Leib und Seele in der Himmelsglorie und herrschend droben mit ihrem Sohn,
von Ihm inständig erflehen, daß reiche Ströme der Gnade
unaufhörlich vom erhabenen Haupt auf alle Glieder des geheimnisvollen
Leibes herabfließen. Möge sie mit ihrer wirksamen Fürsprache
wie in vergangenen Zeiten so heute die Kirche schützen und ihr sowie
der ganzen Menschheit endlich friedlichere Zeiten von Gott erlangen.
Schluß
der Enzyklika „Mystici Corporis“ von Pius XII., 29. Juni 1943, fünfte
Enzyklika seines Pontifikats
Erhabene
Königin des Himmels
Erhabene
Königin des Himmels,
Höchste
Herrin der Engel,
Du
hast vom Anbeginn,
Von
Gott die Macht
Und
die Sendung erhalten,
Den
Kopf der Schlange zu zertreten,
Wir
bitten dich demütig,
Sende
uns deine himmlischen Legionen,
Damit
sie, unter deinem Befehl
Und
deiner Macht,
Die
Dämonen bekämpfen,
Ihrer
Verwegenheit Einhalt gebieten
Und
sie zurück in den Abgrund werfen.
Wer
ist wie Gott?
O
gute und liebevolle Mutter,
Du
wirst immer unsere Liebe
Und
unsere Hoffnung sein.
O
himmlische Mutter,
Sende
zu unserer Verteidigung
Und
um den grausamen Feind zurückzustoßen,
Die
heiligen Engel.
Heilige
Engel und Erzengel
Verteidigt
und beschützt uns.
Authentischer
Text, Pater Cestac am 13. Januar 1864, von der Gottesmutter Maria diktiert
Lobt
den Herrn in seinen Heiligen!
Die
Heilige Schrift sagt uns: „Lobt den Herrn
in seinen Heiligen“. Wenn der Herr unseren
Lobpreis, für die Heiligen, denen er die Gabe der Güte und der
Wundertätigkeit gegeben hat, verdient, wie viel mehr müssen wir
dann jene loben, durch die er Mensch werden wollte, denn das ist ein vortreffliches
Wunderwerk, mehr als alle anderen Wunder.
Hl. Aelred de Rievaulx
Das
Heldentum eines jungen Mädchens
Ein kleines
Mädchen, streute sich beim Spielen, aus Unvorsichtigkeit Sand in die
Augen, was eine Entzündung hervorrief. Man unternahm, ohne Erfolg,
mehrere Operationen … Der Vater fuhr mit dem Kind zu berühmten Augenärzten
nach Schweden. Alles war umsonst. Das Augenlicht erlosch mehr und mehr,
so daß das Mädchen fast nichts mehr sah.
Nachdem
sie Schweden verlassen hatten, machten der Vater und das Kind in Tschenstochau
Halt, der atheistische Vater und seine christlich erzogene Tochter. Um
6 Uhr morgens, fanden sie sich im Heiligtum vor der unverschleierten Schwarzen
Madonna ein. Nach der ersten Hl. Messe fragte der Vater: „Hat dich die
Madonna geheilt?“ Und das Kind antwortete ihm: „Ich sagte der Hl. Jungfrau,
daß mir nichts mehr daran liegt, die Welt zu sehen, aber daß
ich gerne hätte, daß du, Papa, dich mit uns niederkniest, wenn
wir beten.“
Der
Vater ist von der Antwort seines Kindes so erschüttert, daß
er in Tränen ausbricht. Und nachdem er sich wieder beruhigt hatte,
wandte er sich an einen Priester mit der Bitte: „Ich möchte beichten!“
Betendes
Gottesvolk Nr. 137
Berichtet
in der „Marianischen Sammlung“ 1986, von Bruder Albert Pfleger, Marist
Lehre
uns, o Maria, wie du die Weisen belehrt hast
Wer außer
der reinen Jungfrau Maria, hätte die sanftmütigen Gespräche,
mit den Weisen noch führen können? Denn der König, den zu
suchen sie
gekommen
waren, trat für sie nicht aus dem Schweigen seiner freiwilligen Kindheit
heraus. Er nahm ihre Huldigung entgegen und lächelte sie zärtlich
an, er segnete sie; aber nur Maria konnte durch ihre himmlischen Gespräche,
die heilige Neugierde der drei, die Menschheit stellvertretenden Pilger
befriedigen.
Wie
belohnte sie ihren Glauben und ihre Liebe, indem sie ihnen das Mysterium
dieser jungfräulichen Geburt, das die Welt retten wird, die Freuden
ihres mütterlichen Herzens, die Anmut des göttlichen Kindes,
offenbarte!
Und
die Weisen selbst, mit welch zärtlicher Erfurcht betrachteten sie
sie und hörten ihr zu! Mit welcher Wonne durchdrang die Gnade ihre
Herzen durch das Wort jener, die Gott selbst auserwählt hat, uns auf
mütterliche Weise in Seine Wahrheit und seine Liebe einzuführen!
Dom
Prosper Guéranger
Octave
de l'Epiphanie, L'Année Liturgique
Können
wir uns die Verblüffung der Weisen vorstellen?
Können
wir uns die Verblüffung der Weisen über das in Windeln gewickelte
Kind vorstellen? Allein ihr Glaube hat es ihnen möglich gemacht, in
den Zügen dieses Kindes, den König zu erkennen, den sie suchten,
den Gott, zu dem der Stern sie geführt hatte. Indem er den Abgrund
auffüllte zwischen dem Endlichen und dem Unendlichen, trat durch Ihn
der Ewige ein in die Zeit, das Mysterium gab sich zu erkennen und schenkte
sich uns in den zarten Gliedern eines kleinen Kindes.
Benedikt
XVI., Auszug aus der Predigt in Köln,
Donnerstag,
18. August 2005, anläßl. des XX. Weltjugendtages
Siebente
O-Antiphon: O Emmanuel
O Emmanuel!
König des Friedens! Heute kommst Du nach Jerusalem, der Stadt Deiner
Wahl; denn hier hast Du Deinen Tempel. Bald werden hier Dein Kreuz und
Dein Grab sein; und der Tag wird kommen, an dem Du in ihrer Nähe Dein
furchtbares Gericht einsetzen wirst. Nun trittst Du ohne Lärm und
ohne Aufsehen in diese Stadt Davids und Salomos ein. Sie ist nur eine Aufenthaltsstation
auf deinem Weg nach Betlehem.
Dennoch
verlassen Maria, Deine Mutter und Josef, ihr Ehemann, Jerusalem nicht,
ohne zum Tempel hinaufzusteigen, um dort dem Herrn ihre Wünsche und
ihre Huldigungen zu überbringen: und so erfüllt sich zum ersten
Mal die Weissagung des Propheten Haggai, der verkündet hat, dass die
Herrlichkeit des zweiten Tempels grösser sein wird, als die des ersten.
In
der Tat befindet sich dieserTempel in diesem Augenblick im Besitz einer
viel kostbareren Bundeslade als jene von Mose und ist vor allem, durch
die Würde Dessen, den sie enthält, nicht zu vergleichen mit allen
anderen Heiligtümern. Es ist der Gesetzgeber selbst, der sich in ihr
befindet und nicht einfach nur die Steintafeln, auf denen das Gesetz eingraviert
ist. Bald aber wird die lebendige Arche des Herrn die Stufen des Tempels
hinabsteigen und sich anschicken nach Betlehem zu gehen, wohin ihn andere
Weissagungen rufen.
Dom
Guéranger, Benediktinerabt
L'année
liturgique - Advent - 23. Dezember
Gegrüßet
seist Du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit Dir. Du bist gebenedeit
unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht Deines Leibes, Jesus. Heilige
Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde
unseres Todes.
Amen.
Es
ist uns geboren das liebliche Kind, der ewige Gott
Heute
bringt die Jungfrau den Ewigen zur Welt und die Erde schenkt dem Unfaßbaren
einen Stall. Die Engel und Hirten verkünden seine Herrlichkeit, die
Weisen ziehen einher mit dem Stern: denn es ist uns geboren das liebliche
Kind, der ewige Gott.
Betlehem
hat die Tore von Eden wieder geöffnet, kommt, laßt uns sehen.
Wir haben den Himmel gefunden, an einem verborgenen Ort, gehen wir zum
Stall und holen die Güter des Paradieses zurück. Hier ist die
Wurzel erschienen, die wir nicht bewässert haben und aus der die Vergebung
erblüht. Hier wurde der Brunnen wiederentdeckt, den wir nicht gegraben
haben und aus dem David einstmals trinken wollte. Hier gebar eine Jungfrau
ein Kind
und stillte dadurch sogleich den Durst Adams und jenen von David. Eilen
wir also an diesen Ort, wo uns geboren ist, das liebliche Kind, der ewige
Gott.
Der
Vater der Jungfrau ist, nach seinem eigenen Wunsch, ihr Sohn geworden;
der Retter der Neugeborenen ist selbst ein Neugeborener und liegt in einer
Krippe. Seine Mutter, ihn betrachtend, sagt zu ihm: Sag mir, mein Kind,
wie bist Du entstanden, wie in mir gebildet? Ich schaue Dich, o Fleisch
aus meinem Fleisch, fassungslos an, denn meine Brust ist voller Milch und
ich hatte auch keinen Ehemann, ich sehe Dich in Deinen Windeln und siehe,
das Siegel meiner Jungfräulichkeit ist unversehrt, weil Du, als Du
geruhtest auf die Welt zu kommen, es bewahrt hast, mein liebliches Kind,
ewiger Gott.
O
höchster König, was hast Du gemein mit dem bejammernswerten Menschengeschlecht?
Schöpfer des Himmels, warum Dein Kommen zu den Erdenkindern? Bist
Du in einen Stall, in eine Krippe verliebt? Siehe, für mich, Deine
Magd gibt es keinen Platz in der Herberge; was sag ich? Keinen Platz? Nicht
einmal eine Grotte, denn die gehört anderen. Als Sarah ihr Kind gebar,
fiel ihr viel Land zu, ich besitze nicht einmal eine Höhle: Man hat
mir diesen Schlupfwinkel geliehen, in dem Du wohnen wolltest, o liebliches
Kind, ewiger Gott.
Indem
sie diese Worte flüstert und zu Jenem betet, der das Unsichtbare kennt,
hört sie die Weisen, die nach dem Kinde fragen. Da ruft die Jungfrau
sogleich: Wer seid Ihr? Wer bist Du, antworten sie, die Du ein solches
Kind geboren hast? Wer ist Dein Vater, wer Deine Mutter, Du, die Mutter
und Ernährerin eines Kindes, das keinen Vater hat? Als wir seinen
Stern sahen, haben wir verstanden, ein liebliches Kind ist erschienen,
der ewige Gott.
Bileam
hatte Recht mit seiner Prophezeiung, indem er sagte, daß ein Stern
aufgehen wird, der alle Weissagungen und Vorzeichen auslöschen wird;
ein Stern, der die Gleichnisse der Weisen, ihre Aussprüche und Rätsel
auflösen wird; ein Stern, viel strahlender als dieser, für uns
sichtbare Stern, denn Er ist der Schöpfer aller Gestirne, Er, von
dem geschrieben steht: Aus Jakob wird hervorgehen ein liebliches Kind,
der ewige Gott.
Als
Maria diese erstaunlichen Worte vernahm, kniete sie nieder, um die Frucht
ihres Leibes anzubeten und sagte unter Tränen: Groß, o mein
Kind, groß sind alle Dinge, die Du mit meinem Elend gemacht hast:
Siehe, die Weisen fragen nach Dir, die Fürsten des Orients suchen
Dein Antlitz und die Reichen Deines Volkes bitten flehentlich Dich zu sehen:
denn sie sind Dein Volk, diese Männer, denen Du Dich zu erkennen gabst,
o mein liebliches Kind, ewiger Gott.
So
habt Ihr also, sagt Maria zu den getreuen Weisen, ganz Jerusalem durchlaufen,
diese Stadt, die die Propheten tötet? Und wie habt Ihr sie durchquert,
ohne Schaden zu nehmen, sie, die allen Unglück bringt?
Wie
konntet Ihr Herodes entkommen, der die Mörder liebt und nicht die
Gerechten? O Jungfrau, wir sind ihm nicht entkommen, wir haben ihn zum
Narren gehalten, wir haben alle Menschen angesprochen, indem wir sie fragten,
wo ist geboren das liebliche Kind, der ewige Gott.
Das
also sagten die redlichen Weisen. Und die Heilige Jungfrau bewahrte alles
in ihrem Herzen, und das neugeborene Kind bestätigte ihre Worte und
die der anderen, indem er den Schoß seiner Mutter nach ihrer Empfängnis
rein bewahrte und jede seelische und körperliche Erschöpfung,
nach dem langen Weg, von den Weisen fernhielt. Denn keiner von ihnen litt
unter Müdigkeit, gleichwie der Prophet Habakuk, als er sich zu Daniel
begab. Der sich den Propheten offenbarte, offenbarte sich auch den Weisen:
es ist das liebliche Kind, der ewige Gott.
Nach
all diesen Reden, warfen sich die Weisen, ihre Geschenke in den Händen,
anbetend nieder vor das größte aller Geschenke, vor den Duft
aller Düfte. Sie brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe dar, indem
sie riefen: Empfange diese dreifache Gabe, wie Du von den Seraphim empfängst
die Hymne, die Dich dreimal heilig erklärt; weise sie nicht ab, wie
jene des Kain, sondern nimm sie an wie das Opfer Abels, im Namen jener,
die Dich geboren hat, jener durch die Du auf die Welt kamst, liebliches
Kind, ewiger Gott.
Als
die Unbefleckte Mutter die Weisen auf die Knie fallen sah, diese unerwarteten
und prächtigen Geschenke in ihren Händen, den Stern, der sie
führte und die singenden Hirten, pries auch sie den Schöpfer
und Herrn aller Dinge: Empfange, mein Kind, diese dreifache Gabe und gewähre
jener, die Dich geboren hat, drei Bitten: ich bitte Dich für die Lüfte,
die Früchte der Erde und für all jene, die sie bewohnen. Nun
versöhne die ganze Welt, da Du durch mich geboren bist, o mein liebliches
Kind, ewiger Gott.
Ich
bin nicht einfach Deine Mutter, barmherziger Retter; nicht vergeblich stille
ich den Spender jeglicher Milch, nein, ich bitte Dich für alle Menschen.
Du hast mich zur Stimme und zur Ehre meines Geschlechtes gemacht. Für
die Erde, die Du erschaffen hast, bin ich ein sicherer Schutz, eine Festung
und eine Stütze. Jene, die Du aus dem Paradies vertrieben hast, richten
ihren Blick auf mich, denn ich bringe sie dorthin zurück; dem Universum
sei bewußt, daß Du durch mich geboren bist, mein liebliches
Kind, ewiger Gott.
Retter,
rette die Welt; dafür bist Du gekommen. Stelle Dein Werk wieder her:
deshalb ist Dein Licht aufgegangen vor mir, vor den Weisen und der ganzen
Schöpfung. Siehe, die Weisen, denen Du das Licht deines Antlitzes
geoffenbart hast, knien zu Deinen Füßen und bringen Dir nützliche,
auserwählte, herrliche Geschenke; denn ich werde sie brauchen, da
ich mit dir und für Dich nach Ägypten fliehen werde, o mein Sohn,
mein Führer, der Du mich erschaffen hast, der Du mich reich gemacht
hast, mein liebliches Kind, ewiger Gott.
Romanos
der Melode (+ um 560)
I.
Hymne über die Geburt Jesu, 24
Sources
chrétiennes 110 Cerf, Paris 1965
Prophetisches
Flammengebet des hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort
Zu Gott dem Vater
Sei
eingedenk, o Herr, Deiner Genossenschaft, die von Anfang an Dein eigen
war, denn von Ewigkeit her hast Du ihrer gedacht. Du hieltest sie in Deiner
allmächtigen Hand, als Du mit einem einzigen Wort das Weltall aus
dem Nichts erschufst und hieltest sie noch verborgen in Deinem Herzen,
als Dein Sohn sterbend am Kreuze sie durch Seinen Tod geweiht und wie einen
kostbaren Schatz der Sorge Seiner heiligsten Mutter anvertraut hat: Memento
Congregationis tuae, quam possedisti ab initio. Schaue, o Herr, auf die
Ratschlüsse Deiner Barmherzigkeit; erwecke die Männer Deiner
Rechten, über die Du einigen Deiner größten Diener prophetische
Aufschlüsse gabst, einem hl. Franz von Paul, einem hl. Vinzenz Ferrerius,
einer hl. Katharina von Siena und so vielen anderen großen Seelen
früherer Jahrhunderte und unserer jetzigen Zeit.
Memento!
Allmächtiger Gott, sei eingedenk dieser auserwählten Schar, indem
Du ihr die Allmacht Deines Armes leihst, der noch nicht verkürzt ist,
um ihnen den Eintritt in die Welt zu ebnen und sie zur Vollkommenheit zu
führen: Innova signa, immuta mirabilia tua, sentiamus adiutorium brachii
tui, - großer Gott, der Du aus rohen Steinen Kinder Abrahams erwecken
kannst, sprich nur ein einziges Wort, um gute Arbeiter in Deine Ernte und
tüchtige Missionare in Deine heilige Kirche zu senden.
Memento!
Gott der Güte, sei eingedenk Deiner alten Erbarmungen und gedenke
Deiner erlesenen Diener. Sei eingedenk der wiederholten Verheißungen,
die Du uns durch Deine Propheten und Deinen Sohn gegeben, daß Du
unsere gerechten Bitten erhören wollest. Gedenke der Bitten, die seit
so vielen Jahrhunderten Deine Diener und Dienerinnen in dieser Angelegenheit
an Dich gerichtet haben. Ihr Flehen, ihr Seufzen, ihre Tränen und
ihr Blut, das sie vergossen, mögen vor Dein Angesicht kommen, um Deine
Barmherzigkeit mächtig anzuregen. Gedenke besonders Deines teuren
Sohnes: Respice in faciem Christi tui (Ps. 83,10). Seine Todesangst, Seine
Schmach und Seine liebevolle Klage am Ölberg: Quae
utilitas in sanguine meo! (Ps. 29,10), "welcher Nutzen ist in meinem Blute?",
Sein schmerzvoller Tod und Sein vergossenes Blut rufen laut um Erbarmen,
auf dass mit Hilfe Deiner treuen Diener Sein Reich über den Trümmern
des Reiches Seiner Feinde aufgerichtet werde.
Memento!
Sei auch eingedenk, o Herr, Deiner Genossenschaft, um Deiner Gerechtigkeit
Genüge zu leisten! Tempus faciendi, Domine, dissipaverunt legem tuam
(Ps. 118,126). Es ist Zeit zu tun, was Du verheißen. Deine Gebote
werden übertreten, Dein Evangelium wird verachtet. Ströme von
Bosheit überschwemmen die ganze Erde und reißen bis in die Nähe
Deiner Diener alles mit sich fort. Die ganze Erde ist verwüstet, die
Gottlosigkeit sitzt auf dem Thron, Dein Heiligtum ist entweiht und der
Greuel herrscht selbst an heiliger Stätte. Wirst Du denn alles der
Verlassenheit anheim geben, gerechter Herr, o Gott der Rache? Soll alle
Welt zuletzt wie Sodoma und Gomorrha werden? Wirst Du immer schweigen?
Wirst Du ewig dulden? Soll denn nicht Dein Wille geschehen wie im Himmel
also auch auf Erden und Dein Reich kommen? Hast Du nicht schon im voraus
einigen Deiner treuen Freunde eine zukünftige Erneuerung Deiner Kirche
verkündet? Sollen sich die Juden nicht endlich zur Wahrheit bekehren?
Wartet nicht die Kirche gerade darauf? Rufen nicht alle Heiligen des Himmels:
"Gerechtigkeit!" vindica! Sprechen nicht alle Gerechten auf Erden: Amen,
veni Domine (Off. 22,20), "es geschehe, komme, o Herr!"
Seufzen nicht alle Geschöpfe, selbst die unvernünftigen, unter
der Last der unzähligen Sünden Babylons? Sehnen sie sich nicht
nach Deiner Ankunft, damit dann alle Wesen erneuert werden? Omnis creatura
ingemiscit. (Röm. 8,22)
Zu Gott dem Sohn
Herr
Jesus, sei eingedenk Deiner Genossenschaft, memento Congregationis tuae.
Entschließ Dich doch, Deiner Mutter eine neue Schar treuer Verehrer
zu geben, um durch sie alles zu erneuern und durch Maria die Jahre der
Gnade zu vollenden, wie Du sie einst auch durch Maria begonnen hast.
Da
matri tuae liberos, alioquin moriar, schenke doch Deiner Mutter Kinder
und Diener, sonst sterbe ich! Da matri tuae. Für Deine Mutter bitte
ich zu Dir. Sei eingedenk ihres Schoßes und ihrer Brüste und
weise mich nicht zurück! Gedenke ihrer, deren Sohn Du bist und erhöre
mich! Gedenke, was sie Dir ist und was Du ihr bist, und erhöre mein
Flehen! Um was bitte ich denn? Nichts zu meinen Gunsten, alles nur zu Deiner
Ehre. Um was bitte ich Dich? Um das, was Du erfüllen kannst, ja ich
wage es zu sagen, um das, was Du mir gewähren musst, als wahrhafter
Gott, dem alle Gewalt gegeben ist im Himmel und auf Erden, und als das
beste aller Kinder, das seine Mutter liebt mit unendlicher Liebe.
Um
was bitte ich Dich? Liberos! Um Priester, frei von irdischer Anhänglichkeit,
los geschält von allem, von Vater und Mutter, von Brüdern und
Schwestern, ohne Eltern dem Fleische nach, ohne Freunde der Welt nach,
ohne Güter, frei von Hindernissen und selbst vom eigenen Willen.
Liberos!
Um Sklaven Deiner Liebe und Deines Willens bitte ich, um Männer nach
Deinem Herzen, die nicht ihren eigenen Willen durchzusetzen suchen, der
sie nur befleckt und hemmt, sondern in allem Deinen Willen tun und gleich
wie David mit dem Stock des Kreuzes und der
Schleuder
des heiligen Rosenkranzes in der Hand alle Deine Feinde niederschlagen:
in baculo Cruce et in virga Virgine.
Liberos!
Nach Seelen verlange ich, welche der Erde entrückt und erfüllt
mit himmlischem Tau, ohne Hindernis überall hin fliegen nach dem Wehen
des Heiligen Geistes. Das sind jene, nach welchen Deine Propheten fragten:
Qui Bunt isti, qui ut nubes volant? (Js. 60,8),
"wer sind diese, die wie Wolken fliegen?"
Ubi erat impetus spiritus, illuc gradiebantur (Ez. 50,12), "wo des Geistes
Antrieb war, dorthin schritten sie!"
Liberos!
Nach Männern sehne ich mich, die immer für Dich zur Verfügung
stehen, immer bereit, Dir zu gehorchen, immer lauschend auf die Stimme
ihrer Vorgesetzten, wie Samuel: Praesto sum: immer bereit, hinzugehen und
alles mit Dir und für Dich zu leiden, wie die Apostel: Eamus
et nos, ut moriamur cum eo (Joh. 11,16). Liberos!
Um wahre Kinder Mariens, Deiner heiligen Mutter, bitte ich Dich, die von
ihr in Liebe empfangen und in ihrem Schoße getragen, geboren und
an ihrer Brust ruhend, von ihrer Milch genährt und durch ihre Sorge
groß gezogen, von ihrer Hand gestützt und mit ihren Gnaden bereichert
sind. Liberos! 0 sende uns wahre Diener der seligsten Jungfrau, die wie
der hl. Dominikus die leuchtende und brennende Fackel des Evangeliums im
Munde und den heiligen Rosenkranz in der Hand, überall hingehen, um
zu bellen wie treue Hunde, um zu brennen wie Feuer und um die Finsternis
der Welt zu erhellen wie die Sonne. Beglücke uns mit Männern,
die durch eine wahre Andacht zu Maria, ohne Heuchelei und Wankelmut, mit
Demut, Klugheit und Eifer überall, wohin sie kommen, der alten Schlange
den Kopf zertreten, damit so der Fluch sich erfülle, den Du gegen
sie geschleudert hast: Inimicitias ponam inter te et mulierem, et semen
tuum et semen ipsius: ipsa
conteret caput tuum (Gen. 3,13).
Es
ist wahr, großer Gott, daß die Welt, wie Du es vorhergesagt
hast, der Ferse dieser geheimnisvollen Frau große Nachstellungen
bereiten wird, d.h. der kleinen Schar ihrer Kinder, die am Ende der Zeiten
kommen werden. Es ist wahr, daß zwischen der gesegneten Nachkommenschaft
Mariens und dem verfluchten Geschlechte Satans große Feindschaft
besteht. Es ist die einzige Feindschaft, die Du selbst gestiftet hast und
die daher Deinem Willen entspricht: Inimicitias ponam. Aber diese Kämpfe
und Verfolgungen, welche die Kinder aus dem Geschlechte Belials der Nachkommenschaft
Deiner heiligen Mutter bereiten, sollen nur dazu dienen, die Macht Deiner
Gnade, die Größe der Tugenden und das Ansehen Deiner Mutter
herrlicher erstrahlen zu lassen. Denn seit dem Anbeginn der Welt hast Du
ihr die Aufgabe übertragen, durch die Demut ihres Herzens diesen stolzen
Erbfeind zu vernichten: Ipsa conteret caput tuum. Alioquin moriar! Ist
es für mich nicht besser, o mein Gott, zu sterben, als zu sehen, wie
Du tagtäglich so grausam und ungestraft beleidigt wirst, zu sehen,
wie ich selbst täglich mehr in Gefahr schwebe, von dem Strome der
Missetaten, der noch immer mehr anschwillt, mit fortgerissen zu werden?
Tausend Tode wären mir erträglicher. Sende mir Hilfe vom Himmel,
oder nimm meine Seele zu Dir! Ja, wenn ich nicht hoffen dürfte, daß
Du früher oder später mit Rücksicht auf Deine Ehre mich
armen Sünder erhören wirst, wie Du schon so viele andere erhört
hast -"dieser Arme flehte und der Herr erhörte
ihn" (Ps. 33,7), - fürwahr, ich würde
Dich dringend bitten, wie der Prophet: Tolle animam meam (3 Kön. 19,4),
"nimm meine Seele hinweg!"
Aber
das Vertrauen, das ich auf Deine Barmherzigkeit setze, läßt
mich mit dem Propheten beten: "Ich werde nicht
sterben, sondern leben und die Werke des Herrn erzählen" (Ps. 117,17),
bis ich mit Simeon ausrufen kann: "Nun lässest
Du, o Herr, Deinen Diener im Frieden scheiden, weil meine Augen Dein Heil
gesehen." (Luk. 2,29)
Zu Gott dem Heiligen
Geist
Memento!
0 Heiliger Geist, entschließe Dich, durch Deine hehre und treue Braut
Maria Kinder Gottes hervorzubringen und zu bilden! Mit und in ihr hast
Du Jesus Christus, das Haupt der Auserwählten, gebildet; mit und in
ihr mußt Du darum auch alle Seine Glieder bilden. In der Gottheit
bringst Du keine Person hervor; Du allein bist es aber, der alle gottähnlichen
Personen außerhalb der Gottheit bildet. Alle Heiligen, die bisher
gelebt haben und bis an das Ende der Welt noch kommen werden, sind das
Werk Deiner Liebe im Verein mit Maria. Das Reich Gottes des Vaters hat
gedauert bis zur Sündflut und sein Ende gefunden durch eine Wasserflut;
das Reich Jesu Christi fand in einem Strom von Blut seinen Abschluß.
Dein Reich aber, o Geist des Vaters und des Sohnes, setzt sich fort in
einer Flut von Feuer, von Liebe und Gerechtigkeit.
Wann
wird diese Feuerflut der reinen Liebe kommen, die Du auf der ganzen Erde
entzünden und sanft und mächtig anfachen wirst, damit alle Völker,
die Türken, die Götzendiener, ja selbst die Juden davon erfaßt
und sich zu Dir bekehren werden? Non est,
qui se abscondat a calore eius (Ps. 18,7), "niemand kann sich vor seiner
Glut verbergen!"
Accendatur:
Dieses göttliche Feuer, das Du, o Jesus, auf diese Erde bringen willst,
möge sich entzünden, bevor Du das Feuer Deines Zornes senden
wirst, das alles in Asche verwandeln wird. Emitte
Spiritum tuum, et creabuntur, et renovabis faciem terrae (Ps. 103,30),
"sende aus Deinen Geist und sie werden erschaffen werden, und Du wirst
das Angesicht der Erde erneuern!" Ja, sende
diesen feurigen Geist auf die Erde, um Priester zu schaffen ganz voll Feuereifer,
durch deren Dienst das Angesicht der Erde erneuert und Deine Kirche wiederhergestellt
wird.
Memento
Congregationis tuae: Gedenke Deiner auserwählten Schar, einer Auslese
von Auserkorenen, die Du unter den Menschen dieser Erde vornehmen wirst
nach Deinem Wort: Ego elegi vos de mundo (Joh.
15,19), "Ich habe euch auserwählt von der Welt".
Es soll eine Herde friedlicher Lämmer sein, die Du inmitten so vieler
Wölfe sammeln wirst, eine Schar reiner Tauben und königlicher
Adler inmitten so vieler Raben, ein Schwarm honigsuchender Bienen inmitten
so vieler Hornissen, ein Trupp leichter Hirsche inmitten so vieler Schildkröten,
ein Heer mutiger Löwen inmitten so vieler furchtsamer Hasen! 0 Herr:
Congrega nos de nationibus (Ps. 105,47), "sammle
uns aus den Nationen", sammle uns, einige
uns, damit Deinem heiligen und mächtigen Namen die schuldige Ehre
zuteil werde.
Herr,
berufe Apostel Mariens
Diese
ruhmreiche Schar hast Du Deinem Propheten vorhergesagt, der sich darüber
in dunklen und geheimnisvollen, aber göttlichen Worten ausspricht:
"Einen gnadenvollen Regen hast Du, o Gott,
Deinem Erbe abgesondert; es war ermattet, Du aber hast es gestärkt.
Deine Herde wohnet darin; in Deiner Güte hast Du es dem Armen bereitet,
o Gott! Der Herr gab das Wort den Freudenbotschaftern mit großer
Macht. Der König der Heerscharen des Vielgeliebten ist König
des geliebten Volkes; und der Schönheit des Hauses kommt es zu, Beute
auszuteilen. Wenn ihr ruhet mitten in euren Losen, werdet ihr wie Tauben
mit Silberflügeln sein, deren Rücken in blassem Golde schimmert.
Wenn der Himmlische die Könige über das Land zerstreut, werden
sie glänzen wie Schnee auf dem Selmon. Der Gottesberg, ein fetter
Berg, ein fester Berg, ein fetter Berg; was schaut ihr verwundert auf das
feste Gebirge? Es ist der Berg, darauf es Gott gefällt zu wohnen!
Fürwahr auf immer wird der Herr dort wohnen." (Ps. 67,10-17)
0 Herr, welches ist dieser gnadenvolle Regen, den Du bestimmt und vorbehalten
hast für Dein ermattetes Erbe? Sind es nicht die Söhne Mariä,
Deiner Braut, diese heiligen Missionäre, die Du sammeln und von der
Welt absondern wirst zum Wohle Deiner Kirche, die so geschwächt und
befleckt ist durch die Verbrechen ihrer Kinder? Wer sind diese Tiere und
diese Armen, die in Deinem Erbe wohnen werden, die dort von der göttlichen
Süßigkeit, die Du ihnen zubereitet, sich nähren? Sind es
nicht jene armen Missionäre, die sich ganz Deiner Vorsehung überlassen
und sich sättigen von Deiner göttlichen Wonne? Sind dies nicht
die geheimnisvollen Tiergestalten bei Ezechiel, welche die Güte des
wahren, edlen Menschen haben werden durch ihre uneigennützige und
wohltätige Liebe zum Nächsten, den Mut des Löwen durch ihren
heiligen Zorn und ihren klugen, glühenden Eifer gegen die Kinder Babylons,
die Kraft des Stieres durch ihre apostolische Arbeit und Abtötung
des Fleisches und endlich die Schwungkraft eines Adlers durch ihre Betrachtung
Gottes?
Das
sind die Missionäre, die Du in Deine Kirche senden willst. Ein Menschenauge
werden sie haben gegen ihren Nächsten, ein Löwenauge gegen Deine
Feinde, ein Stierauge gegen sich selbst und ein Adlerauge, das stets auf
Dich gerichtet ist. Diese Nachfolger der Apostel werden
mit
so großer und überwindender Kraft predigen, virtute multa, virtute
magna, daß sie durch ihre Predigt alle Geister und Herzen rühren
werden. Ihnen wirst Du Dein Wort geben, selbst "Deinen
Mund und Deine Weisheit, der keiner von ihren Feinden widerstehen kann"
(Luk 21,15).
Unter
diesen vielgeliebten Seelen wirst Du als König der Heerscharen unseres
geliebtesten Heilandes mit Wonne Deinen Aufenthalt nehmen, da sie bei all
ihrem Wirken nur das eine Ziel verfolgen, Dir die ganze Beute darzubieten,
die sie ihren Feinden abnehmen werden.
Durch
ihre Hingabe an die Vorsehung und ihre Andacht zu Maria werden sie die
Silberflügel der Taube besitzen, d.h. die Reinheit der Lehre und der
Sitten und das Gold ihres Rückens, d.h. eine vollkommene Liebe zum
Nächsten, um seine Schwachheiten zu ertragen, und eine große
Liebe zu Jesus Christus, um Sein Kreuz auf sich zu nehmen.
Du
allein, o Jesus, König des Himmels und König aller Könige,
wirst diese Missionäre als Könige von der Welt ausscheiden, damit
sie in ihrer Reinheit weißer werden als der Schnee auf dem Berge
Selmon. Berge Gottes sollen sie werden, prangend in üppiger Fülle
und starke Berge, auf denen Gott in wunderbarer Weise sein Wohlgefallen
findet, so daß Er Wohnung bei ihnen nimmt, um bis ans Ende bei ihnen
zu weilen.
0
Herr, Gott der Wahrheit, wer ist dieser geheimnisreiche Berg, von dem Du
uns so viele Wunderdinge offenbarst? Wer anders als Maria, Deine teure
Braut, deren Fundamente Du auf dem Gipfel
der höchsten Berge gegründet hast? Fundamenta eius in montibus
sanctis (Ps. 86,1)... mons in vertice montium (Mich. 4,1).
Glücklich
die Priester, die Du dazu auserwählt und vorherbestimmt hast, mit
Dir auf diesem üppigen, göttlichen Berge zu weilen, um dort durch
ihre Geringschätzung der Welt und durch ihren Aufschwung zu Gott zu
Königen der Ewigkeit zu werden. Ja, tausendmal glücklich jene
Priester, die berufen sind, durch ihre Vereinigung mit Deiner ganz reinen
und makellosen Braut Maria weißer zu werden als der Schnee, und sich
mit dem Tau des Himmels und dem Fette der Erde, d.h. mit allen zeitlichen
und ewigen Segnungen zu bereichern, von denen Maria überströmt.
Von
der Höhe dieses Berges werden sie, wie Moses, durch ihre feurigen
Gebete Pfeile gegen ihre Feinde herniederschleudern, um sie zu vernichten
oder zu bekehren. Durch den Mund Jesu selbst werden sie auf diesem Berge
Christi das Verständnis der acht Seligkeiten erlernen und mit ihm
verklärt werden wie auf Tabor. Wie auf Kalvaria werden sie mit Ihm
sterben und mit Ihm wie auf dem Ölberg zum Himmel auffahren.
Memento
Congregationis tuae. Von Dir, o Gott, allein hängt es ab, durch Deine
Gnade diese Schar zu erwecken. Wollte der Mensch die erste Hand daran legen,
so würde er nichts erreichen, wollte er dabei von dem Seinen mit dem
Deinigen mischen, so würde er alles verderben und umstürzen.
Tuae Congregationis: Dein Werk soll es sein,
o
großer Gott! Vollbringe Dein göttliches Werk: schare, rufe,
sammle aus allen Orten Deines Reiches Deine Auserwählten, um sie als
starkes Heer gegen Deine Feinde zu senden.
Siehe,
o Herr der Heerscharen, die Hauptleute sammeln ihre Truppen, die Machthaber
ihre zahlreichen Heere, die Admirale bilden ihre Flotten, die Kaufleute
strömen zusammen auf den Handels- und Stapelplätzen in großer
Zahl. Räuber, Gottesleugner, Trunkenbolde und Wüstlinge vereinigen
sich täglich zu Haufen gegen Dich mit Leichtigkeit und Schnelligkeit!
Ein Flintenschuß, ein Trommelschlag, eine gezogene Degenklinge, ein
dürrer Lorbeerzweig, eine Gold- oder Silbermünze genügt,
sie zusammenzurufen. Der erste Rauch, ein nichtswürdiger Gewinn, das
Anerbieten der Befriedigung einer schändlichen Lust vereinigt in einem
Augenblicke die Diebe und Soldaten, füllt die Häuser und Handelsplätze,
sammelt die Kaufleute, bedeckt Land und Meer mit einer Unzahl von Schurken,
die alle, obwohl getrennt durch örtliche Entfernung oder durch Verschiedenheit
des Temperaments oder durch Sonderinteressen, sich dennoch lebenslänglich
zusammenschließen, um unter der Fahne und Führung des Teufels
Dich und Dein Reich zu bekämpfen.
Auf
unserer Seite aber, o mein Gott, soll, obwohl in Deinem Dienst so großer
Ruhm und Gewinn, soviel Freude und Vorteil winken, fast niemand für
Dich Partei ergreifen, fast kein Soldat sich unter Deine Fahne stellen?
Kein
hl. Michael sollte mehr für Deine Ehre eifern und inmitten seiner
Brüder rufen: Quis
ut Deus? "Wer ist wie Gott?"
Ach,
laß mich rufen überall: Feuer! Feuer! Feuer! Zu Hilfe! Zu Hilfe!
Zu Hilfe! Feuer im Hause Gottes! Feuer in den Seelen! Feuer bis ins Heiligtum!
Zu Hilfe unserem Bruder, den man ermordet! Zu Hilfe unseren Kindern, die
man erwürgt! Zu Hilfe unserem guten Vater, den man erdolcht! "Wer
für den Herrn ist, geselle sich zu mir" (Ez. 32,26). 0 daß doch
alle guten Priester auf der ganzen Welt, mögen sie mitten im Kampfe
stehen oder sich aus dem Handgemenge in die Wüsten und Einöden
zurückgezogen haben, - o daß doch alle guten Priester kommen
und sich mit uns vereinigen möchten: Vis unita fit fortior. Unter
dem Banner des Kreuzes wollen wir ein in Schlachtordnung aufgestelltes
und wohlgeordnetes Heer bilden, um gemeinsam die Feinde anzugreifen, die
schon zum Sturm geblasen haben: Sonuerunt, frenduerunt, fremuerunt, multiplicati
sunt. Dirumpamus vincula eorum, et proiciamus a nobis iugum ipsorum. Qui
habitat in coelis irridebit eos. "Die Feinde toben, lärmen, rasen
und rotten sich zusammen. Lasset uns ihre Fesseln zerreißen und ihr
Joch von uns werfen. Der im Himmel thront, spottet ihrer."
Exsurgat
Deus et dissipentur inimici eius. Exsurge, Domine, quare obdormis? Exsurge!
"Es erhebe sich Gott, auf daß Seine Feinde zerstieben. Erhebe Dich,
o Herr, warum schläfst Du? Erhebe Dich!"
0
Herr, erhebe Dich; warum scheinst Du zu schlafen? Erhebe Dich in Deiner
ganzen Allmacht, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit, um Dir eine auserwählte
Schar als Garde zu bilden, die Dein Haus bewache, Deine Ehre verteidige
und Seelen rette, damit nur ein Schafstall und ein Hirt werde, auf daß
alle Dir die Ehre geben in Deinem heiligen Tempel! Amen.
Medjugorje-Botschaft,
25. Dezember 2009
„Liebe
Kinder! An diesem frohen Tag bringe ich euch alle vor meinen Sohn, den
König des Friedens, damit Er euch seinen Frieden und Segen gebe. Meine
lieben Kinder, teilt diesen Frieden und Segen in Liebe mit den Anderen.
Danke, daß ihr meinem Ruf gefolgt seid!“
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